60 Jahre danach

Im Mai 2008 ist der 60. Jahrestag der Nakba, der "Katastrophe", als die Mehrheit der Palästinenser zwangsweise aus dem Land ihrer Vorväter ausgewiesen wurde, damit der Staat Israel gegründet werden konnte. Entgegen internationalem Recht, Menschenrechten und moralischen Grundprinzipien fährt Israel damit fort, diesen Flüchtlingen und ihren Nachkommen ihr Recht, nach Hause zurückzukehren, zu verweigern. Israel hat diese historische Ungerechtigkeit, die zur Geburt des jüdischen Staates geführt hat, weder anerkannt noch je versucht, sie wiedergutzumachen. Stattdessen vegetieren mehr als 5 Millionen palästinensische Flüchtlinge in Flüchtlingslagern, während ihre Häuser, Höfe und Grundstücke von den jüdischen Einwanderern bewohnt werden, die von überall auf der Welt in Palästina ankamen.

Die historische illegale Aneignung von palästinensischem Land, von Heimstätte und Erbe, steht im Zentrum des Nahostkonflikts. Sie führte zur größten bestehenden Flüchtlingsgruppe in der Welt. Sie bereitete den Weg für den anschließenden Landraub von 1967 und die anhaltende ethnische Säuberung, die Palästinenser in der Westbank in Ghettos und Bantustans gepfercht hat, umgeben von einer acht Meter hohen Mauer, Türmen mit Heckenschützen und militärischer Bewachung. Sie ließ ein Freiluftgefängnis im Gazastreifen entstehen, mit seiner verarmten und überbevölkerten Einwohnerschaft von 1,4 Millionen Menschen.

Dieses tragische Ereignis hat Palästinenser in der ganzen Welt enteignet und enterbt; und es hat eine hilflose Bevölkerung von Flüchtlingen hinterlassen, die nur ihre Erinnerungen an Palästina haben, alte Eigentumsurkunden und einen ungebrochenen Willen zurückzukehren.


Unser Ziel
Wir wollen den Belagerungszustand von Gaza durchbrechen. Wir wollen das internationale Bewusstsein aufrütteln über die gefängnisartige Absperrung des Gazastreifens und wir wollen Druck auf die internationale Gemeinschaft ausüben, damit sie ihre Sanktionspolitik überdenkt und den israelischen Besatzern ihre fortlaufende Unterstützung entzieht. Wir verteidigen das Recht Palästinas, internationale Gäste zu empfangen, als Besucher, als Menschenrechtsbeobachter, humanitäre Hilfskräfte, Journalisten oder anderes.

Wer wir sind
Wir sind diese Menschenrechtsbeobachter, humanitären Hilfskräfte und Journalisten. Wir verfügen über jahrelange Erfahrung in der Freiwilligenarbeit in Gaza und im Westjordanland, auf Einladung von Palästinensern. Doch heute, da sich der Würgegriff der illegalen israelischen Besetzung Palästinas immer weiter verstärkt, ist es für viele von uns fast unmöglich geworden, nach Gaza einzureisen, und einer steigenden Anzahl von uns wird auch die Einreise nach Israel und ins Westjordanland verweigert. Trotz der großen Notwendigkeit unserer Arbeit lässt die israelische Regierung uns nicht ins Land.

Wir sind Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft. Zu Hause sind wir Lehrer, Ärzte, Musiker, Sekretärinnen, Eltern, Großeltern, Anwälte, Studenten, Aktivisten, Schauspieler, Bühnenautoren, Politiker, Sänger und Liederschreiber, Web Designer, internationale Berater, sogar ein ehemaliger Mitarbeiter der Filmindustrie in Hollywood sowie ein Pilot sind unter uns. Wir sind Südafrikaner, Australier, Amerikaner, Engländer, Israelis, Palästinenser und von anderen Nationalitäten.

Was wir unternehmen
Am 23. August 2008 haben wir die Blockade von Gaza zum ersten Mal auf dem Seeweg durchbrochen, und am 29. Oktober zum zweiten Mal. Wir möchten die Aktion wiederholen und einen ständigen Fährverkehr zwischen Zypern und Gaza aufbauen. 

 
 Free Gaza in deutschsprachigen Medien (Update 01.11.2008)

1. FREE GAZA IN THE MEDIA (Deutsch)
(Update 13.12.2008) Die folgende Liste (PDF) ist eine Sammlung von deutsch-sprachigen Medienreaktionen auf die Bootsfahrten des Free-Gaza-Movement von Zypern nach Gaza. Die Free-Gaza-Bewegung ist nicht verantwortlich für den Inhalt externer Internetseiten.
http://www.freegaza.org/uploads/media/german.pdf

2. Artikel auf Deutsch (PDF)
http://www.freegaza.org/uploads/media/germantexts.pdf
- 10.12.08: Das Volk von Gaza  braucht Solidarität nicht Barmherzigkeit
- 09.11.08: Israelischer Chemiekrieg gegen palästinensische Fischer
- 19.08.2008: Vor Reisen in den Gazastreifen wird dringend gewarnt, Edith Lutz
- 15.8.08: Wenn die Boote in Gaza ankommen, von Stuart Littlewood
- 12.08.2008: Nachrichten von den Segelschiffen Free Gaza und Liberty, Lauren Booth, Kreta Bulletin, üb. Ellen Rohlfs
- 07.08.2008: Ein israelischer Jude in Gaza: Eine Erklärung von Jeff Halper, üb. Edith Lutz
- Juli 2008 Waffenruhe in Gaza deutet auf Erfolg der Segelaktion, von Edith Lutz

 
 

Dignity an Gaza: "Wir sind wieder da!"
Der Newsletter der Free-Gaza-Bewegung 2/2008, 15. Dezember

Am Dienstag, dem 9. Dezember, hat das Schiff "Dignity" der Free-Gaza-Bewegung erfolgreich die israelische Blockade durchbrochen, zum vierten Mal seit August. Es kam, um Solidarität mit den Menschen unter der illegalen und inhumanen Belagerung auszudrücken und um Medizin und Babynahrung nach Gaza zu bringen. Zwei Tage später kehrte die Dignity zurück, mit elf palästinensischen Studenten an Bord, denen die Ausreise zu ihren Universitäten im Ausland von Israel verweigert wurde. Das Schiff erreichte heil und sicher Zypern am Nachmittag des 12. Dezember. Derzeit sind etwa siebenhundert Studierende in Gaza gefangen. Sie bekommen keine Genehmigung von Israel, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Die vierte Free-Gaza-Reise fällt zeitlich zusammen mit dem sechzigsten Jahrestag der Universalen Erklärung der Menschenrechte. Die Free-Gaza-Bewegung bezieht Stellung für die Menschenrechte und internationale Gerechtigkeit. - Außerdem in dieser Ausgabe: warum Rosenhead und Cushman nach Gaza gesegelt sind, was Huwaida über den besetzten Gazastreifen sagt, was Audrey am Flughafen Ben Gurion widerfuhr, das Gaza Concert '08 und das Zitat der Woche. Das aktuelle freie Pressefoto "Die Dignity in Larnaca" (Copyright: Angela Godfrey-Goldstein) steht unter http://www.freegaza.org/uploads/media/dignity.jpg

Vierte erfolgreiche Seefahrt bricht durch die Belagerung von Gaza
Das Schiff "Dignity" der Free-Gaza-Bewegung hat die israelische Blockade zum vierten Mal seit August erfolgreich durchbrochen und erreichte den Hafen von Gaza am 9. Dezember um 14.45 Uhr. Das Schiff führte eine Tonne medizinischer Güter und proteinreicher Babynahrung mit sich, außerdem eine Delegation internationaler Akademiker, humanitärer Unterstützer und Menschenrechtler. Seit über zwei Jahren verhängt Israel eine zunehmend schwere Blockade über den Gazastreifen und erhöht damit die Armuts- und Fehlernährungsrate unter den 1,5 Millionen Menschen dramatisch, die in dem schmalen Küstenstreifen leben. Lubna Masarwa, eine der Free-Gaza-Organisatoren und Sprecherin der Delegation: "Wir kommen wieder und wieder und wieder, bis die Welt ihr Schweigen bricht und wir diese Belagerung ein für alle Mal beseitigen." Zwei Tage nach ihrer Ankunft kehrte die Dignity nach Zypern zurück. An Bord waren elf palästinensische Studenten, denen die Ausreise von Israel verweigert worden war und die ihre Universitäten im Ausland daher nicht besuchen konnten. Osama Qashoo, ein weiterer Free-Gaza-Sprecher, erklärt den Erfolg so: "Der Seeweg nach Gaza ist offen. Unsere vierte Mission war eine schnelle Antwort darauf, dass Israel vorhergehende Versuche von Libyen, Qatar und Palästinensern von 1948, die ebenfalls durch die Belagerung brechen wollten, verhindert hat. Wir hoffen, dass weitere Nationen, zivile Organisationen und Aktivisten aus der ganzen Welt von unserer Erfahrung lernen können, strategisch vorzugehen und nicht zuzulassen, dass israelische Drohungen und Aggressionen sie daran hindern, nach Gaza zu kommen. Es ist das Recht eines jeden, sich frei zu bewegen, freie Bildung zu genießen und in Frieden zu leben." - Siehe die Pressemitteilungen vom 9. und 11. Dezember (in englischer Sprache) unter http://www.freegaza.org

Britische Akademiker segeln nach Gaza
Zwei jüdische Akademiker aus Großbritannien, Professor emeritus Jonathan Rosenhead und Mike Cushman, beide vom Fachbereich Management an der London School of Economics, waren auf dem letzten Free-Gaza-Boot dabei. Derzeit gibt es etwa 700 Studierende in Gaza, die ein Stipendium für ausländische Universitäten haben - oft mit angesehenen Stipendien wie von Fulbright oder der Ford-Stiftung - und die von den israelischen Behörden daran gehindert werden, Gaza zu verlassen. Die Möglichkeiten zu höherer Bildung sind in Gaza extrem eingeschränkt. Das Studium im Ausland ist die einzige Alternative für palästinensische Studenten. Rosenhead und Cushman sind Mitglieder des "British Committee for the Universities of Palestine" (BRICUP), das sich für einen Boykott israelischer akademischer Einrichtungen einsetzt, so lange sie sich mitschuldig machen an Israels illegaler Besatzung palästinensischen und anderen arabischen Territoriums. BRICUP veranstaltete kürzlich ein sehr gut besuchtes Treffen an der SOAS in London, bei dem der israelische Professor Ilan Pappe die israelische Belagerung von Gaza als "langsamen Genozid" bezeichnete. - Die ganze Presseerklärung (auf Englisch) unter http://www.freegaza.org/index.php?module=latest_news&id=935be1a33e1f998f662711e2fc476336&offset==

Hält Israel den Gazastreifen unter Besatzung?
Israel gibt vor, die Besatzung des Gazastreifens beendet zu haben, aber stimmt das wirklich? "Israel hält die Kontrolle über Gazas Territorialgewässer. Dies ist einer der Faktoren, der Israel zu einer Besatzungsmacht in Gaza macht", sagt Huwaida Arraf, die bei den ersten drei Free-Gaza-Reisen dabei war. Sie hat einen Doktortitel der Rechtswissenschaft von der American University in Washington D.C. und unterrichtete bis vor Kurzem Menschenrechte an der Al-Quds-Universität in Jerusalem. "Trotz seines gut inszenierten Abbaus illegaler Siedlungen und militärischer Präsenz in Gaza im August und September 2005 behält Israel 'effektive Kontrolle' über den Gazastreifen und bleibt daher eine Besatzungsmacht mit bestimmten Pflichten," sagt Arraf. Eine Besatzungsmacht habe die Pflicht, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten sicherzustellen. Außerdem habe sie Krankenhäuser und medizinische Dienste aufrecht zu halten, "mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln" (Genfer Konvention IV, Artikel 55, 56). Das betreffe auch den Schutz ziviler Hospitäler, medizinisches Personal sowie die Verwundeten und Kranken. "Zudem ist es ein fundamentales Prinzip der Internationalen Menschenrechte ebenso wie der Gesetzgebungen zivilisierter Nationen, dass Kollektivstrafen gegen eine Zivilbevölkerung verboten sind (Genfer Konvention IV, Artikel 33). Israel versucht die Welt davon zu überzeugen, dass die Belagerung von Gaza eine legitime militärische Taktik ist, die ein Staat gegen eine feindliche Entität anwendet. Dies ist aber nicht der Fall. Als Besatzungsmacht ist Israel verantwortlich für das Wohlergehen der Bevölkerung unter Besatzung und daher ist die Blockade nicht legitim. Es ist eine Kollektivstrafe, streng verboten von Artikel 33 der Vierten Genfer Konvention, und es ist sehr wohl möglich, dass es sich um Kriegsverbrechen handelt."

Israel bestraft Rechtsanwältin, die auf ihre Rechte besteht
Von Audrey Bomse. Am 4. Dezember wurde ich am Flughafen Ben Gurion festgenommen. Man verweigerte mir die Einreise nach Israel und wollte mich unmittelbar abschieben. Ich war völlig überrascht, da ich erst Wochen zuvor von Zypern aus nach Israel eingereist war, als ich mit der Dignity, dem Boot der Free-Gaza-Bewegung, nach Gaza gesegelt bin und absolut kein Problem bei der Einreise hatte (...) Schließlich brachten sie mich zum Flughafen zurück, gaben mir meinen Pass und ich sollte gehen. Ich fuhr zurück nach Jerusalem, duschte heiß, nahm einen Drink und fühlte mich fast wieder wie ein Mensch. Jeder, der von der Einwanderungsbehörde festgenommen wird, sollte über seine Rechte informiert werden, sofort nach der Verhaftung das Konsulat zu verständigen oder zumnidest dann, wenn klar wird, dass die Inhaftierung länger als eine kurze Weile dauert. Israel hat schon viel zu lange ungestraft dieses Grundrecht verletzt, wie so viele andere Grundrechte von verhafteten Ausländern, besonders aber von Palästinensern. - Der ganze Artikel steht in englischer Sprache unter http://www.freegaza.org/index.php?module=latest_news&id=88cf664fcebe9f31aa7a557d745422b7&offset=

Musikalischer Widerstand gegen die Belagerung
Von Sameh A. Habeeb, Gaza. Am 27. Oktober veranstaltete eine Gruppe junger Palsästinenser - niemand älter als 25 - das "Gaza Concert '08", das erste Musikkonzert seiner Art im Gazastreifen. Ungeachtet der fürchterlichen Bedingungen im Gazastreifen, die die 19-monatige israelische Belagerung hervorgebracht hat, sangen die jungen Leute für Freiheit, Frieden und die Beendigung der ungerechten Belagerung. Tausende kamen aus allen Orten in Gaza und mehrere internationale und lokale Medien berichteten über die Vorstellung, die von "Aktion für den Frieden Italia" gesponsert wurde. Eine Mischung von traditionellem palästinensischem Dabka-Tanz, Rap, und nationalen Hymnen wurden vorgetragen, die zu einer Aufhebung der Belagerung und dem Ende der israelischen Besatzung aufriefen. - Der ganze Artikel (auf Englisch): http://electronicintifada.net/v2/article10014.shtml

Zitat der Woche
"Seit Beginn der bürgerkriegsähnlichen palästinensischen Zustände haben die Israelis alles getan, was sie konnten, um im Besonderen Hamas weiter zu isolieren und zu zerstören und Gaza im Allgemeinen. Daher ist ihre Blockade von Gaza kein Deut weniger als eine 'Kollektivstrafe', ein Kriegsverbrechen nach den Genfer Konventionen von 1949. Mit anderen Worten: Die Zivilbevölkerung von Gaza wird von den Israelis bestraft als Mittel, um Hamas zur Aufgabe zu zwingen. Man kann die legitime Frage stellen, was einen solchen Handlungsablauf von Terrorismus unterscheidet." - 11. Dezember, Bill Fletcher, Jr., Chefredaktuer von BlackCommentator.com: http://www.blackcommentator.com/303/303_aw_israel_end_gaza_blockade.html

Der Newsletter der Free-Gaza-Bewegung und die Website http://www.freegaza.org präsentieren Neues und Hintergrundinfos über die gewaltlose Free-Gaza-Bewegung und die Versuche, die Belagerung von Gaza und Palästina zu durchbrechen. Redakteur dieser Ausgabe und V.i.S.d.P. ist Anis Hamadeh in Mainz, anis at anis-online.de. Kostenloses Abonnement bei der "Friends of Gaza"-Newslist unter https://lists.riseup.net/www/subscribe/gazafriends ; Kontakt zu Free Gaza: friendsofgaza at gmail.com ; siehe auch aktualisierte FGM-Medienclippings unter http://www.freegaza.org/uploads/media/free_gaza_in_the_media.pdf - Allgemeine tägliche Palästinanachrichten unter http://www.theheadlines.org (englisch) und http://www.palaestina-portal.net/deutsch/palestina/index.html (deutsch)

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freegazaorg: @BarakRavid The flotilla ultimately sailed from Latakia on October 18,10 and arrived in Al Arish three days later, NOT GAZA. We sail to Gaza
freegazaorg: @BarakRavid G says...the London and Gulf columns of vehicles would like to converge on Latakia and sail from there to Al Arish, NOT GAZA.
freegazaorg: @BarakRavid January09,.G founded VP, which began to organize aid flotillas to the Gaza StripThis is not true.A flotilla is by sea, not land
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